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In diesem Tutorial möchte ich Euch zeigen, wie ihr mit einem Raspberry Pi Modell B einen Multimedia Server für den Heimbereich, z.B. als Heimkino oder Musikstation installiert, einrichtet und fernsteuert. Die beschriebene Konfiguration ist für den lokalen Einsatz im Heimnetzwerk gedacht, nicht für den professionellen Einsatz im Internet. Wir bereiten in wenigen Schritten die Software XBMC (Xbox Media Center) unter den Systemen MacOSX und Windows für die Installation auf dem Raspberry vor und konfigurieren das Multimedia Theater für Video, Audio und Streaming.

Grundausstattung


Den Unterschied zwischen den Spezifikationen des Raspberry Pis findet ihr hier. Es ist wichtig, dass die Version B erstanden wird, da der Unterscheid, vor allem beim RAM, ausschlaggebend ist. Genauso wichtig ist die Wahl der passenden SD Karte - sie wird später Eure Festplatte und umso besser die Leistung, desto schneller ist das System. Die oben verlinkte SD Karte ist in meiner Sicht der Preis/Leistungssieger. Die Unterschiede bei SD-Karten sind enorm, teilweise sind die Zugriffszeiten 3x schneller oder die Schreibgeschwindigkeit nur 1/5 bei einer vergleichbaren Class 10 Karte. Es wurde vorzugsweise auf schnelle Zugriffszeiten, schnelles zufälliges Lesen und Schreiben, schnelles sequentielles Lesen und Schreibenund eine passable Schreibgeschwindigkeitgeachtet.1 2

XBMC Distribution herunterladen und auf SD-Karte installieren

Damit das Tutorial komplett abgearbeitet werden kann, sind die oben genannten Bauteile nötig. Ihr benötigt zusätzlich einmalig eine USB Tastatur für die Erstkonfiguration des Systems.

SD-Karte vorbereiten

Die SD-Karte ist die Festplatte unseres Raspberry Pis. In den nachfolgenden Schritten wollen wir das Betriebssystem OpenELEC ( Open Embedded Linux Entertainment Center) auf die SD-Karte kopieren und unseren Mini-Computer davon starten. Bei der Grundversion von OpenELEC ist XBMC vorkonfiguriert und startet automatisch die Benutzeroberfläche des Multimedia Theaters nach dem Systemstart.3 XBMC ist grundsätzlich kostenlos und jegliche Distributionen müssen es ebenso sein. OpenELEC erhaltet ihr von der Herstellerseite unter: XBMC Raspberry Pi Builds.

OpenELEC gibt es in verschiedenen Versionen und Zuständen, wählt für die Installation unter MacOSX und Windows   [Diskimage] OpenELEC Stableaus und entpackt nachdem Download die Image Datei. An dieser Stelle scheiden sich nun die Wege in Richtung Macintosh/Linux und Windows:

OpenELEC XBMC Installation unter Windows

OpenELEC ist eine Linux-Distribution und benötigt bestimmte Voraussetzungen, damit das Betriebssytem installiert werden kann. Unter Windows ist dies leider nur mit zusätzlicher Software möglich. Windows kennt das Dateisystem EXT4 für Speichermedien von Haus auf nicht, kann aber mit dem kostenlosen Programm  Win32 Disk Imager problemlos angewandt werden. Steckt jetzt die SD-Karte in das Kartenlesegerät, ladet das Programm herunter, installiert es anschließend mit der Standardkonfiguration und startet es. Die minimalistische Oberfläche von Disk Imager lässt kaum Fehlerquellen zu, ihr müsst lediglich auf das Ordner Symbol klicken und die heruntergeladene OpenELEC Image Datei laden.

Win32 Disk Imager Image Datei öffnen auf Ordner klicken rechts

Falls Euch die Datei nicht angezeigt wird, klickt neben dem Dateinamen auf die Dateiformate und wählt *.*4, hiermit werden euch alle Dateitypen angezeigt.

Alle Dateitypen anzeigen falls die OpenELEC Image Datei nicht sichtbar ist

Alle Dateitypen anzeigen Erklärung - Alle Dateitypen anzeigen falls die OpenELEC Image Datei nicht sichtbar ist

Wählt die Image Datei aus und klickt auf öffnen. Neben dem Pfad der Image Datei müsst ihr noch den "Device", sprich das Speichermedium für den Clone Vorgang wählen. Passt hier sehr gut darauf auf, dass ihr den richtigen Laufwerksbuchstaben, und zwar den der Speicherkarte wählt. Seid hier doppelt vorsichtig! Eine Warnung taucht auf, die in etwa dem entspricht, was ich einen Satz vorher geschrieben habe. Bestätigt den Vorgang und wartet ab, bis der Vorgang beendet ist. Voilà! XBMC ist nun bootfähig auf der Speicherkarte und wartet darauf, in den Raspberry gesteckt zu werden. Falls euch Schritte unklar sind oder zu kompliziert, ein kleines Video zeigt die einzelnen Schritte nochmals genau. 

Video: Download OpenELEC sowie Download und Installation Win32 Disk Imager unter Windows 8.1:

Video: Clone Vorgang von OpenELEC auf SD-Karte mit Win32 Disk Imager:

 

OpenELEC XBMC Installation unter Macintosh

Der Vorbereitungsprozess unter Macintosh benötigt keine zusätzliche Software, dafür ein paar Zeilen Code im Terminal. Steckt nun die SD-Karte in das Lesegerät und öffnet das Festplattendienstprogramm. Dies findet ihr im Ordner: Programme / Dienstprogramme. Die SD-Karte muss im FAT32 Dateisystem vorliegen. Vergleicht im Festplattendienstprogramm die Größe der jeweiligen Speichermedien, wenn z.B. eine 32 GB SD-Karte verwendet wurde, erkennt ihr diese schnell an der Speichergröße. Wählt eure SD-Karte mit einem Klick aus und klickt auf den Reiter Löschen. Wählt dort unter Format "MS-DOS-Dateisystem und klickt anschließend auf Löschen.

SD Karte mit dem Festplatttendienstprogramm auf FAT 32 Dateisystem formatieren mit folgenden Einstellungen

Festplattendienstprogramm SD-Karte Formatieren FAT 32 - SD Karte mit dem Festplatttendienstprogramm auf FAT 32 Dateisystem formatieren mit folgenden Einstellungen

An dieser Stelle ein kleiner Warnhinweis, wir werden gleich mit root Berechtigungen (uneingeschränkter Administrator) Befehle ausführen, bei fälschlicher Handhabung könnt ihr im schlimmsten Falle das Betriebssystem lahmlegen oder Daten ohne vorherhiger Bestätigung bzw. Warnung löschen / verschieben etc.

Öffnet ein neues Finder Fenster und navigiert zur heruntergeladenen OpenELEC Image Datei. Öffnet das Terminal. Dies findet ihr im Ordner: Programme / Dienstprogramme. Gebt folgenden Code ein, um herauszufinden an welcher Stelle die SD-Karte eingehängt wurde:

diskutil list

Der Befehlt listet nun alle eingehängten Speichermedien auf. Das Ergebnis hängt davon ab, wie viele Festplatten, Sticks, SD-Karten etc. an eurem Mac / Linux hängen. Sucht nun in dieser Liste nach der SD-Karte, wie schon im Festplattendienstprogramm, orientiert euch am besten an der Speichergröße und zusätzlich an dem Dateisystem DOS FAT 32. Jedes eingehängte Speichermedium erhält einen "Identifier" - ich nenne es mal einen Positionsnamen - der an erster Stelle, unter dem Identifier rechts in der Auflistung steht. In meinem Fall ist es disk3. Die Zahl des Speichermediums benötigen wir im nächsten Schritt, schreibt diese auf, prägt sie euch ein und vergesst oder verwechselt sie auf keinen Fall!

Linux Befehl utildisk list

Wir bleiben weiterhin im Terminal und werfen (unmount) die SD-Karte mit folgendem Befehl aus:

diskutil unmountDisk /dev/diskX

Setzt am anstatt X eure jeweilige Festplattenposition ein. In meinem obigen Beispiel wäre es die disk3 und bestätigt mit Enter. Beginnen wir den Kopiervorgang der Image auf die SD-Karte:

sudo dd if=/pfad/zu/eurer/datei.img of=/dev/diskX

Sudo steht für Super User und erlaubt uns wirklich alles! DD clont alle Dateien die im Pfad if= angegeben sind, bit-genau an die Stelle von of=. Damit ihr keine Fehler bei der Pfadangabe macht, schreibt zunächst dd if= in das Terminal, wechselt zum Finder Fenster und zieht die OpenELEC Image Datei via Drag&Drop hinter den geschriebenen Befehl. Das Terminal setzt anstelle der Image Datei den genauen Pfad ein. Fügt danach noch den Rest des Befehlt, of=/dev/diskX ein. Vergesst hierbei nicht, die richtige Laufwerkszahl, die ihr euch eingeprägt einzutragen. Mit Enter bestätigen und etwa 5 – 10 Minuten warten. Es gibt keine Statusanzeige oder ähnliches, sobald der Prozess abgeschlossen ist, wird eine Meldung ausgegeben. Also keine Hektik, einfach entspannt abwarten. Anschließend kann die Speicherkarte entnommen und in den Raspberry Pi gesteckt werden. Der nervenaufreibendste Teil ist hiermit erledigt. Auch an dieser Stelle wieder die einzelnen Schritte im Video.

Video: Terminal Befehle unmount und dd zum Kopieren von OpenELEC auf SD-Karte Mac/Linux:

Erstkonfiguration von OpenELEC und XBMC

Der Raspberry Pi sollte zunächst vom Strom getrennt werden und mit einem HDMI Kabel an Monitor oder Fernseher angeschlossen werden. Führt die SD-Karte mit dem installierten OpenELEC System in den Pi ein und schließt vor dem Starten einmalig eine USB Tastatur an. Die Voreinstellung für den Benutzer und dem Passwort lauten:

username: root
password: openelec

Sobald der Pi die SD-Karte erkannt hat, kommt zum konstant rot leuchtenden Licht ein gelbes Leuchten hinzu. Bleibt das Licht konstant rot, ist beim Clone Vorgang etwas schief gegangen. Es kann sein, dass die SD-Karte nicht vom Raspberry gelesen werden kann. Der Bootvorgang dauert bei der Erstkonfiguration länger als gewöhnlich, habt etwas Geduld. Nach etwa 2–4 Minuten sollte eine Schritt-für-Schritt Konfiguration erscheinen. Wählt zunächst die gewünschte Sprache und klickt auf weiter. Sobald nach den Protokollen SSH und Samba gefragt wird, markiert beide (blauer Punkt) und schließt die Konfiguration ab. Geschafft! Ihr habt nun ein funktionstüchtiges XBMC. Alle Einstellungen nachfolgend in der Bildergalerie:

{gallery}galleries/artikel/xbmc{/gallery}




1 Benchmarks stammen von Tomshardware.de - die oben getätige Aussage bzgl. der Leistung bezieht sich nicht auf den Test, sondern auf Werte von NoName SD-Karten und Werte aus Benchmark Foren. http://www.tomshardware.de/sdxc-sdhc-uhs-i-Vergleichstest-Performance,testberichte-240844.html Up

2 Die Komponenten stammen noch vom Artikel: Der eigene Webserver mit dem Raspberry Pi - 22.06.2013. Alle Komponenten sind weiterhin erhältlich, jedoch gibt es mittlerweile günstigere und schnellere SD Karten. Ohne Gewähr, würde ich eine Transcend SDHC 16 GB Class 10 Karte empfehlen. Up

3 XBMC kann auch auf anderen Wegen installiert werden, jedoch ist der Compilierungsprozess kompliziert (besser gesagt, fehleranfällig) und dauert bei einem Raspberry Pi etwa 12-24 Stunden. Habt ihr z.B. Raspbian installier und wollt zusätzlich XBMC installieren und nutzen, würde ich euch dringlich davon abraten. Up

4 *.* bedeutet alle Dateitypen anzeigen. Up


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