4 Wege Raspberry Pi Images auf eine SD-Karte zu klonen

In diesem Tutorial möchte ich Euch zeigen, wie ihr Images für den Raspberry Pi auf unterschiedlichen Betriebssyteme (Linux / Macintosh / Windows) klonen könnt. Die nötige Software für das jeweilige System befindet sich in den Quellen, wie auch exemplarische Images für den Pi.

Raspberry Pi 1 Nutzer benötigen eine SD-Karte Raspberry Pi 2/3 Nutzer benötigen eine microSD-Karte

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Zitiervorschlag: Steger, Manfred: 4 Wege Raspberry Pi Images auf eine SD-Karte zu klonen. Medienzentrum EW, Uni Hamburg. CC BY-SA.

GitBook einzusehen unter: 4 Wege Raspberry Pi Images auf eine SD-Karte zu klonen.


Grundausstattung

Quellen

Hilfsprogramme

Images

Klonvorgang mit dem Win32 Disk Imager unter Windows

Wir benötigen für den Klonvorgang mit einem Windows Betriebssytem zusätzliche Software. Windows kennt das Dateisystem EXT4 für Speichermedien von Haus auf nicht, kann aber mit dem kostenlosen Programm Win32 Disk Imager (Hersteller Link) problemlos angewandt werden. Steckt jetzt die SD-Karte in das bereits angeschlossene Kartenlesegerät, ladet das Programm herunter, installiert es anschließend mit der Standardkonfiguration. Startet danach das Programm. Die minimalistische Oberfläche von Disk Imager lässt kaum Fehlerquellen zu, ihr müsst lediglich auf das Ordner Symbol klicken und die heruntergeladene Image-Datei auf der Festplatte suchen.

Win32 Disk Imager Startfenster - Sie müssen auf das Datei öffnen Ordner-Symbol nach der Datei URL Leiste klicken, um in die Dateiablage zu wechseln.

Falls Euch die Datei nicht angezeigt wird, klickt neben dem Dateinamen auf die Dateiformate und wählt *.*, hiermit werden euch alle Dateitypen angezeigt.1

Alle Dateitypen anzeigen falls die OpenELEC Image Datei nicht sichtbar ist - zu finden nachder Dateiname Eingabezeile.

Wählt die Image-Datei aus und klickt auf öffnen. Neben dem Pfad der Image-Datei müsst ihr noch den "Device", sprich das Speichermedium für den Klonvorgang wählen. Passt hier sehr gut darauf auf, dass ihr den richtigen Laufwerksbuchstaben, und zwar den der Speicherkarte wählt.

Seid hier doppelt vorsichtig! Eine Warnung taucht auf, die in etwa dem entspricht, was ich einen Satz vorher geschrieben habe. Bestätigt den Vorgang und wartet ab, bis der Vorgang beendet ist. Voilà! Das jeweilige System ist nun bootfähig auf der Speicherkarte und wartet darauf, in den Raspberry gesteckt zu werden. Falls euch Schritte unklar sind oder zu kompliziert, ein kleines Video zeigt die einzelnen Schritte nochmals genau.

Video: Download OpenELEC sowie Download und Installation Win32 Disk Imager unter Windows 8.1:

Manfred Steger's Video zu OpenELEC und Win32 Disk Imager Installation unter Windows 8.1

Video: Clone Vorgang von OpenELEC auf SD-Karte mit Win32 Disk Imager:

Manfred Steger's Video Clone OpenELEC auf SD Card via Win32 Disk Imager unter Windows 8.1

Klonvorgang mit dem Apple Pi Baker

Der ApplePi Baker bietet eine grafische Oberfläche für den Klonvorgang. Es können Image-Dateien vom Computer auf eine SD-Karte geklont und umgekehrt bereits installierte System von einer SD-Karte auf den Computer als Backup gespeichert werden.

Das Programm gibt es auf der Herstellerseite von tweaking4all.com kostenlos als Download. Hier könnt ihr die passende Version für euer MacOSX System finden.

Ladet das Programm herunter, öffnet es mit einem Doppelklick und verschiebt das Programm in den MacOSX Programm Ordner. Es werden sowohl Administrator Rechte für das Installieren als auch für das Benutzen benötigt.

Legt nun eine SD-Karte in das Kartenlesegerät ein und öffnet anschließend den ApplePi Baker aus dem Programme Ordner. Zu Beginn werdet ihr aufgefordert das Administrator Passwort einzugeben – kommt dem bitte nach.

Mit nur noch zwei Schritte erstellt ihr eine bootfähige SD-Karte mit eurem Pi-Projekt:

Schritt 1: SD-Karte auswählen

Im linken Fenster werden die eingelegten Speichermedien angezeigt. Die Speichermedien tragen die Pfadbezeichnung /dev/diskX, wobei X für den Einhängepunkt (mount point) im System steht. Am einfachsten findet man das richtige Speichermedium an der danach folgenden Speichergröße heraus. In diesem Fall folgt nach der Pfadangabe 32.0GB, also die Speichergröße der eingelegten microSD-Karte.

Auf der linken Seite des Programms erscheinen unter Pi-Crust: Select SD-Card or USB drive die eingelegten Speichermedien. Die Speichermedien tragen die Pfadbezeichnung /dev/diskX, wobei X für den Einhängepunkt (mount point) im System steht. Am einfachsten findet man das richtige Speichermedium an der danach folgenden Speichergröße heraus. In diesem Fall folgt nach der Pfadangabe 32.0GB Built in SDXC, sprich die Speichergröße der eingelegten microSD-Karte.

Wählt die richtige Speicherkarte mit einem Mausklick aus.

Vorsicht! Alle befindlichen Daten auf der SD-Karte werden gelöscht. Wählt ihr das falsche Speichermedium aus, wird dieses ebenfalls gelöscht und überschrieben. Falls ihr z.B. zwei Festplatten in eurem Computer habt, vergewissert euch mehrfach, dass ihr auch wirklich die SD-Karte ausgewählt habt.

Schritt 2: Image auswählen und klonen

In der Einführung habe ich bereits unter Quellen einige Seiten für spannende Projekt-Images verlinkt. Ladet nun eine Image-Datei herunter oder verwendet eine bereits heruntergeladene Image-Datei.

Klickt nun auf der rechten Seite des ApplePi Bakers unter auf den Restore Button und wählt im Findet die Image-Datei aus. Klickt anschließend auf Open um den Klonprozess zu starten.

Nachdem Klick auf den Restore Button öffnet sich das Finderfenster. Üblicherweise wurde die bereits heruntergeladene Image-Datei in Downloads gespeichert. Navigiert nun zur heruntergeladenen Datei und wählt diese aus. Klickt zum Abschluss auf Open.

Nun könnt ihr euch entspannt zurücklegen und abwarten bis der Prozess beendet ist. Im oberen Drittel des Programms seht ihr in roter Farbe die Geschwindigkeit der Übertragung die geschätzte Fertigstellungsdauer.

Oben rechts im Bild wird die Übertragungsgeschwindigkeit und die geschätzte Fertigstellungsdauer eingeblendet.

Nach Abschluß erscheint ein letztes PopUp mit der Meldung: Your ApplePi is ready!

Das PopUp Fenster meldet, dass der Klonvorgang erfolgreich beendet wurde und nachdem Bestätigen auf OK die Speicherkarte entnommen und in den PI gesteckt werden kann.

Zu guter Letzt muss nur noch auf OK geklickt, die Speicherkarte entnommen und in den Pi gesteckt werden.

Klonvorgang mit dem Terminal unter Mac OSX

Der Vorbereitungsprozess unter Macintosh benötigt keine zusätzliche Software, dafür ein paar Zeilen Code im Terminal. Steckt nun die SD-Karte in das angeschlossene Kartenlesegerät und öffnet das Festplattendienstprogramm. Dies findet ihr im Ordner: Programme / Dienstprogramme. Die SD-Karte muss im FAT32 Dateisystem vorliegen.

Vergleicht im Festplattendienstprogramm die Größe der jeweiligen Speichermedien, wenn z.B. eine 32 GB SD-Karte verwendet wurde, erkennt ihr diese schnell an der Speichergröße. Wählt eure SD-Karte mit einem Klick aus und klickt auf den Reiter Löschen. Wählt dort unter Format MS-DOS-Dateisystem und klickt anschließend auf Löschen.

SD Karte mit dem Festplatttendienstprogramm auf MS-DOS-Dateisystem (FAT) formatieren. Der Eintrag Format finden Sie unter dem Reiter

An dieser Stelle ein kleiner Warnhinweis, wir werden gleich mit root Berechtigungen (uneingeschränkter Administrator) Befehle ausführen, bei fälschlicher Handhabung könnt ihr im schlimmsten Falle das Betriebssystem lahmlegen oder Daten ohne vorherhiger Bestätigung bzw. Warnung löschen / verschieben etc.

Öffnet ein neues Finder Fenster und navigiert zur heruntergeladenen Image Datei. Öffnet das Terminal. Dies findet ihr im Ordner: Programme / Dienstprogramme. Gebt folgenden Code ein, um herauszufinden an welcher Stelle die SD-Karte eingehängt wurde:

diskutil list

Befehl zeigt eine Liste alle eingehängter Speichermedien. Es muss die richtige Zugehörigkeitsnummer des mount points identifiziert werden – dies geschiet am leichtesten an der Speichergröße des eingelegten Mediums.

Der Befehlt listet nun alle eingehängten Speichermedien auf. Das Ergebnis hängt davon ab, wie viele Festplatten, Sticks, SD-Karten etc. an eurem Mac / Linux hängen. Sucht nun in dieser Liste nach der SD-Karte, wie schon im Festplattendienstprogramm, orientiert euch am besten an der Speichergröße und zusätzlich an dem Dateisystem DOS FAT 32. Jedes eingehängte Speichermedium erhält einen "Identifier" - ich nenne es mal einen Positionsnamen - der an erster Stelle, unter dem Identifier rechts in der Auflistung steht. In meinem Fall ist es disk3. Die Zahl des Speichermediums benötigen wir im nächsten Schritt, schreibt diese auf, prägt sie euch ein und vergesst oder verwechselt sie auf keinen Fall!

Wir bleiben weiterhin im Terminal und werfen (unmount) die SD-Karte mit folgendem Befehl aus:

diskutil unmountDisk /dev/diskX

Setzt am anstatt X eure jeweilige Festplattenposition ein. In meinem obigen Beispiel wäre es die disk3 und bestätigt mit Enter. Beginnen wir den Kopiervorgang der Image auf die SD-Karte:

sudo dd if=/pfad/zu/eurer/datei.img of=/dev/diskX

Sudo steht für Super User und erlaubt uns wirklich alles! DD clont alle Dateien die im Pfad if= angegeben sind, bit-genau an die Stelle von of=. Damit ihr keine Fehler bei der Pfadangabe macht, schreibt zunächst dd if= in das Terminal, wechselt zum Finder Fenster und zieht die Image Datei via Drag&Drop hinter den geschriebenen Befehl. Das Terminal setzt anstelle der Image Datei den genauen Pfad ein.

Fügt danach noch den Rest des Befehlt, of=/dev/diskX ein. Vergesst hierbei nicht, die richtige Laufwerkszahl, die ihr euch eingeprägt einzutragen. Mit Enter bestätigen und etwa 5 – 10 Minuten warten. Es gibt keine Statusanzeige oder ähnliches, sobald der Prozess abgeschlossen ist, wird eine Meldung ausgegeben. Also keine Hektik, einfach entspannt abwarten.

Anschließend kann die Speicherkarte entnommen und in den Raspberry Pi gesteckt werden. Der nervenaufreibendste Teil ist hiermit erledigt. Auch an dieser Stelle wieder die einzelnen Schritte im Video.

Video: Terminal Befehle unmount und dd zum Kopieren von OpenELEC auf SD-Karte Mac:

Manfred Steger's Video zu OpenELEC Clone auf SD-Karte mit dem Mac Terminal

Klonvorgang mit dem Terminal unter Ubuntu Mate

Der Vorbereitungsprozess unter Linux (Ubuntu) benötigt keine zusätzliche Software, dafür ein paar Zeilen Code im Terminal. Steckt nun die SD-Karte in das angeschlossene Kartenlesegerät und öffnet das Terminal (Tastenkombination: Ctrl+Alt+T).

Wir müssen zunächst herausfinden, welchen Einhängepunkt die MicroSD-Karte im System zugewiesen bekam. Gebt hierzu folgenden Befehl in das Terminal ein:

parted -l

Ihr müsst nun herausfinden welchen Einhängepunkt (Nummer) die MicroSD-Karte besitzt. Ihr könnt dies relativ leicht an der Speichergröße erkennen. Diese Nummer benötigen wir nun für die nächsten Schritte.

Zunächst muss die Speicherkarte ausgeworfen/ausgehängt sein, damit anschließend der Klonvorgang gestartet werden kann. In meinem Fall liegt die Speicherkarte auf der Nummer 3. Der Befehl zum Aushängen lautet dann wie folgt:

umount /dev/sdb3

Den Klonvorgang starten wir mit dd unter Angabe des Pfads der Image und dem Speicherort (SD-Karte). Hierzu müssen wir noch den Speicherort der Image-Datei herausfinden. Am einfachsten geschieht dies mit Drag&Drop der Image Datei aus dem Dateimanager direkt in das Terminal.

Beginnt im Terminal mit sudo dd if= und zieht nun die Image Datei aus dem Ubuntu Dateimanager direkt dahinter. Es wird automatisch der absolute Dateipfad der Image, wie benötigt, im Terminal hinterlegt. Anschließend noch ein Leerzeichen setzen und den Speicherort mit of=/dev/sdbX bs=4M angeben. Setzt anstatt dem X die Nummer des Einhängepunkts der SD-Karte ein und startet mit der Enter-Taste den Vorgang.

Der gesamte Befehl lautet dann in meinem Beispiel wie folgt:

sudo dd if=OpenELEC-Generic.x86_64-6.0.0.img of=/dev/sdb3 bs=4M

Hinweis: Es erscheint keine Zeitanzeige wie lange der Vorgang dauert. Die Dauer ist abhängig von der Größe der Image Datei und der Geschwindigkeit der Speicherkarte bzw. des Kartenlesegerät. Im Falle von OpenELEC sollte es etwa 4-15 Minuten dauern. Sobald der Klonvorgang abgeschlossen ist, erscheint eine Meldung im Terminal.

Die Speicherkarte kann anschließend entnommen und in den Raspberry Pi gesteckt werden.


[1]: Die Zeichenkombination *.* bedeutet alle Dateitypen anzeigen.

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