DIY - 65 Foto Panorama Marke Selbstbau

Kein Raspberry Pi? Nein, heute nicht – es wird trotzdem gebastelt und gehackt. Ganz nach dem Motto - DIY - Do It Yourself zeige ich euch wie ihr eine 65-teilige Bilderrahmen Collage in InDesign plant und mit Photoshop zurechtrückt. Ihr bekommt alle offene Formate und Austauschformate und das hochauflösende Panorama (31300 px x 17630 px interpoliert), damit ihr ggf. das Layout- und Bildbearbeitungstool eures Vertrauens nutzen könnt.

Grundausstattung

  • Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Photohop / Gimp)
  • Layoutprogramm (z.B. InDesign / Scribus)
  • Bilderrahmen (Auflistung im Tutorial)
  • Nägel und Hammer
  • Zweiseitiges Klebeband
  • Freie Wandfläche von 2,50 Meter x 1,50 Meter

Dieses Tutorial steht unter einer Creative Commons CC BY-SA Lizenz und darf frei verwendet, bearbeitet und weitergegeben werden, solange der Autor genannt wird und die neue Version unter denselben Bedingungen angeboten wird. Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Zitiervorschlag: Steger, Manfred: DIY - 65 Foto Panorama Marke Selbstbau. CC BY-SA.


Die Vorbereitung einer vielteiligen Collage benötigt einiges an Organisations- und Improvisationsvermögen sowie starke Nerven und nicht zu vergessen, einen oder mehrere duchhaltekräftige Hämmer-Händer. Damit das Bild auch wirken kann, braucht ihr mindestens eine freie Wandfläche von etwa 2,50 Meter Breite und 1,50 Meter Höhe. Optional kommen noch strapazierfähige Nachbarn dazu, die das Hämmern nicht stört.

Warum erzähle ich euch das am Anfang? Dieses Projekt kann keineswegs schnell erledigt werden und kostet zudem noch eine Stange Geld. Plant in etwa eine Woche Arbeitszeit und ca. 250–350 Euro Materialkosten ein. Wer nicht genügend Platz hat, nicht ausreichend Urlaub oder das Projekt einfach zu teuer ist, kann trotzdem mitmachen. Am Ende des Tutorials (Kapitel: Eigenes Bilderlayout aus der Vorlage erstellen) wird erklärt, wie ihr das Layout und damit auch die Anzahl der Bilder verändern könnt.

Ihr lest das nocht? Traumhaft! Es kann losgehen.

Vorbereitung des Layouts

Wir beginnen mit der InDesign-Vorlage, darin findet ihr die 65 Bilderrahmen maßstabsgetreu angeordnet und farblich nach größen markiert.

Download: Bilderrahmen Cloud Wohnzimmer Zip-Archiv

Im Zip sind folgende Dateien enthalten:

  • Bilderrahmen Cloud Wohnzimmer.indd (Layout-Datei InDesign)
  • Bilderrahmen Cloud Wohnzimmer.idml (Layout-Austauschdatei)
  • Bilderrahmen Cloud Wohnzimmer.eps (Austauschformat Layoutprogramme)
  • Bilderrahmen Cloud Wohnzimmer.pdf (Übersicht)
  • Bilderrahmen-Cloud-Wohnzimmer.png (Übersicht)

Die im nachfolgenden Bild gezeigte Anordnung habe ich an der Wand hängen.

65-teiliges Bilderrahmen Panorama farblich sortiert und nach größen in der unten stehenden Legende beschriftet.

Abbildung 1: 65-teiliges Bilderrahmen Panorama Übersicht

Öffnet nun die Datei Bilderrahmen Cloud Wohnzimmer.indd mit InDesign oder die EPS-Variante für andere Layoutprogramme. Ihr seht nun das grafische Konzept der Collage. Die Bilder sind farblich markiert – aus der Legende können die farblichen Markierungen der jeweiligen Rahmengröße zugeordnet werden. Alternativ kann über das Auswahlwerkzeug (schwarzer Pfeil) ein Bilderrahmen markiert und im Menüband von InDesign die Größe abgelesen werden.

Diese Informationen reichen uns vorerst aus, damit wir auf Bilderrahmensuche gehen können. Sucht nun bei dem Händler eures Vertrauens passende Rahmen aus.

Mein Tipp: Von jeder gewünschten Rahmengröße einen Rahmen bestellen, nach Erhalt nachmessen und die exakten Werte in das Bilderrahmen Cloud Wohnzimmer.indd übernehmen. Wie das geht, kommt später im Kapitel: Eigenes Bilderlayout aus der Vorlage erstellen.

Vorbereitung der Bilder

Nicht jedes Bild passt in die Panorama Collage. Mit dieser InDesign-Vorlage könnt ihr euer Wunschbild einfügen und das Endresultat darstellen lassen.

Download: Bilderrahmen Cloud Wohnzimmer Zip-Archiv

Öffnet nun die Vorlage und ignoriert die Nachricht, dass die Vorlage fehlende Verknüpfungen aufweist getrost. Das eingebettete Vorschaubild reicht für den Vorschaucharakter vollkommen aus.

Wenn ihr ein eigenes Bild testen wollt, müsst ihr im Hauptmenü unter Fenster die Verknüpfungen aktivieren. In der Palette erscheint das Bild Pano2_neu_letzte_Version.tif mit einem roten Fragezeichen. Klickt im Palettenmenü unten auf die Kette und wählt euer gewünschtes Bild aus. Nun solltet ihr in der Vorschau das neu eingefügte Bild sehen.

65-teiliges Bilderrahmen Panorama Vorschau des verwendeten Hintergrundbildes.

Abbildung 2: Vorschau des Panoramas in InDesign

Wollt ihr mein Bild verwenden, braucht ihr die Originaldatei (< 1 GB). Ladet das Bild herunter und legt alle bereits heruntergeladenen Vorlagen und Bilder in einen Ordner.

Download: Hafen Panorama hochauflösend

InDesign hat dann kein Verknüpfungsproblem mehr und ihr seht das Originalbild in der Vorschau.

Öffnet das hochauflösende Bild in Photoshop. Falls ihr die Sichtbarkeit von Hilfslinien aktiviert habt, nicht erschrecken, dass soll so! Mit der Tastenkombination MAC: Command+Komma oder WIN: STRG+Komma könnt ihr die Hilfslinien deaktivieren. Natürlich geht es auch über das Menü: Ansicht > Einblenden > Hilfslinien.

Vorschaubild in Photoshop des Panoramas mit eingezeichneten Rahmen

In der Ebenenpalette von Photoshop seht ihr nun das Smart-Object mit dem Namen Rahmen und die Hintergrundebene mit dem Namen Hintergrund. Ich habe aus InDesign die maßstabgsgetreuen Rahmen als Smart Object sprich als Vektorgrafik in Photoshop importiert. Das geht bei Adobe relativ einfach mit, alle Rahmen in InDesign auswählen und kopieren und in Photoshop über das Menü > Bearbeiten > Einfügen.

Ihr könnt nun wieder das eigene Bild anstelle des Hintergrundbildes einsetzen. Zieht das gewünschte Bild via Drag'n'Drop in Photoshop und skaliert es mit dem Auswahlwerkzeug bei gedrückter Shift-Taste (proportionale Vergrößerung) an den Eckpunkten des Bildes.

Ab jetzt kommt der kniffelige Teil. Die Bilder müssen zugeschnitten und abgespeichert werden. Dafür müssen die Hilfslinien aktiv sein: Tastenkombination MAC: Command+Komma oder WIN: STRG+Komma oder im Menü: Ansicht > Einblenden > Hilfslinien.

Was? Dieses Chaos soll uns dabei helfen? Ja.

Mit dem Freistellungs-Werkzeug könnt ihr nun die einzelnen Bilder ausschneiden - Rahmenformat - und über das Menü > Bild > Arbeitsfläche nachträglich die 6mm Rand wegschneiden.

Der Clou dabei ist, das jeweils ausgeschnittene Bild mit der Nummerierung aus der InDesign-Datei Bilderrahmen Cloud Wohnzimmer.indd zu versehen. Den ausgedruckten Fotos könnt ihr später auf der Rückseite diese Nummer zuordnen und habt danach stets einen Überblick wo welches Bild aufgehängt werden muss.

Nach langer harter Arbeit sieht es bei mir im Finder wie folgt aus:

Finderübersicht der einzelnen Bilder fein säuberlich mit Nummerierung und Maß. Abbildung 3: Finderübersicht der Einzelbilder im Endformat

Bestellen, zusammenbasteln und aufhängen

Ihr könnt nun die Bilder bei Belichtungsservice drucken lassen. Ich empfehle gut und gerne den Online Belichtungsservice Saal Digital. Wer es richtig professionell machen will, bekommt dort sogar für jedes Fotopapier ein ICC-Farbprofil für Photoshop.

Nachdem erhalt der Bilder geht es auch schon ans Zusammenbasteln und ans Aufhängen. Ordnet den einzelnen Fotos, die in InDesign vergebenen Nummern (Rückseite aufschreiben) zu und schreibt die Nummer zusätzlich auf ein Zettelchen. Habt ihr alle Bilder beschriftet, könnt ihr sie anschließend rahmen. Die Zettelchen mit der Nummer steckt ihr nachdem zusammenbasteln vorsichtig auf der Vorderseite in den Rahmen.

Für das Aufhängen gibt es jede Menge Tipps und Tricks von Profis – eine kurze Suche bei Youtube mit den Schlagwörtern: Bilder richtig aufhängen bringt gute Resultate. Ich habe es damals mit dem mir allzu liebgewonnenen System trial and error geschafft ... nicht zu empfehlen :)

Aus der heutigen Sicht, würde ich zu folgenden Methode aus diesem Video tendieren. Damit sich das Feinjustieren langfristig lohnt, klebt auf der Rückseite der Bilderrahmen an den Seiten jeweils ein Stück doppelseitiges Klebeband und drückt die Rahmen nachdem Aufhängen an den Nägeln an der Wand fest.

Ein aller letzter Tipp, beginnt oben links mit dem Aufhängen und arbeitet euch Schichtweise horizontal vorwärts. In Nummern gesprochen:

  • 001
  • 014
  • 021
  • 022
  • 023
  • 025
  • 031
  • 042
  • 043
  • 044
  • 002
  • 008
  • 015
  • 024
  • 026
  • 027
  • usw.

Eigenes Bilderlayout aus der Vorlage erstellen

Möchtet ihr nun an dieser Stelle eine eigene Konstellation der einzelnen Rahmen vornehmen, müsst ihr die exakten Maße der Bilderrahmen erfahren. Ich habe bei der Vorbereitung einen gravierenden Fehler begangen, den ich euch an dieser Stelle ersparen möchte. Nicht alle Rahmenmaße des Herstellers stimmten mit den realen Größe überein. Erst von jedem Maß einen Rahmen bestellen > messen > Layout abändern.

InDesign Übersicht 65-teiliges Bilderrahmen Panorama Abbildung 4: 65-teiliges Bilderrahmen Panorama InDesign Menüband

InDesign Anpassungen

Die einzelnen Rahmen sind beweglich. Ich rate euch dazu, alle Rahmen numerisch zu verschieben und nicht mit der Maus. Dasselbe gilt für die Größe der Rahmen, rechts neben der Position (s. Abb. 5) findet ihr mit B: und H: im Menüband die tatsächliche Größe des Rahmens.

InDesign Rahmen numerisch verschieben Abbildung 5: InDesign Rahmen numerisch verschieben

Das Beispiel im Bild zeigt eine Verschiebung des Rahmens von der Position X (horizontal) mit dem Anfangswert 524 mm um +5mm also auf 529mm. Ihr verschiebt das Bild damit um 5mm nach rechts – mit -5mm würdet ihr das Bild demnach wieder an seinen Ursprungsort zurückschieben. Wenn ihr das Bild nach unten verschieben wollt, nutzt das Feld Y (vertikal) unter dem X.

Ihr habt die gewünschte Anordnung und die exakten Maße der Rahmen in InDesign fertig? Dann können wir mit der Photoshop Übergabe weitermachen. Wir brauchen lediglich noch den Gesamtumfang der Collage. Wählt mit dem Auswahlwerkzeug alle Bilderrahmen an und lest im Menüband die Endmaße unter B: und H: ab.

InDesign Rahmen numerisch verschieben Abbildung 6: InDesign Collage Gesamtmaß

Motivwahl und Photoshop Anpassungen

Als nächstes braucht ihr ein geeignetes Bild. Großformat Bilder brauchen eine sehr hohe Auflösung, d.h. ihr solltet keine Internetbilderchen aus der Google Suche dafür verwenden, da diese meist viel zu klein sind. Wenn ihr eine Digitalkamera oder ein highend Smartphone besitzt, ist das ein guter Anfang.

Wer sich unsicher ist, ob die Qualität ausreichend ist, sollte vorab Bilder schießen und sie genau in Photoshop betrachten. Ich postuliere gerne folgenden Leitsatz dazu:

Bei Konsumerware, wie einem iPhone oder Android Pendant, oder einer IXUS Digitalkamera, sind Außenaufnahmen bei genügend natürlichem Licht (Sonnenschein) tendenziell für Großformat Panoramas geeigneter als Innenaufnahmen mit schwierigen Lichtverhältnissen.

Wer noch auf Motivsuche ist, der kann sich gerne an meinem Panorama-Repertoire bedienen: Flickr Panorama Album Manfred Steger

Öffnet das gewünschte Bild mit Photoshop und vergrößert dieses über das Menü > Bild > Bildgröße auf das gewünschte Maß. In meinem Fall sieht es wie folgt aus:

Photoshop maßstabsgetreue Interpolation Abbildung 7: Photoshop maßstabsgetreue Interpolation

Gebt unter der Dokumentengröße die Höhe ermittelte Höhe aus InDesign + 10% ein. Im gezeigten Beispiel ist es 1,44 Meter Höhe aus InDesign und in Photoshop die eingetragenen 1600 mm. Achtet dabei darauf, dass bei Auflösung für den Druck (bzw. Belichtung bei Fotos) 300 Pixel/Zoll (dpi) eingetragen wird. Dies ist nämlich die Standard Druck/Belichtungsauflösung für Bilder.

Interessant ist der der neue Wert im Dialogfenster ganz oben, das Bild wächst von 0,135 Gigabyte im Hauptspeicher (RAM) auf 5,78 Gigabyte an. Nichts für schwache Nerven bzw. Rechner.

Rahmung der Endformat Bilder

Wir wollen nun die Rahmen von InDesign in Photoshop einfügen, damit wir das Endresultat möglichst genau simulieren und betrachten können. Wir überlassen nichts dem Zufall.

Geht dazu nach InDesign, öffnet die Rahmenanordnung und erstellt von der Seite im Palettenmenü > Seite eine Kopie. Markiert erneut alle Rahmen und entfernt über die Werkzeugpalette die Farbe des Hintergrunds wie auch die Schriftfarbe.

Hintergrundfarbe und Schriftfarbe in InDesign entfernen Abbildung 8: Hintergrundfarbe und Schriftfarbe in InDesign entfernen

Nun müssen die ausgewählten leeren Rahmen als Smart Object in Photoshop eingefügt werden. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Mit Copy'n'Paste aus InDesign nach Photoshop.

1 zu 1 Übernahme der Maße in Photoshop Abbildung 9: 1 zu 1 Übernahme der Maße in Photoshop

Nach der Übernahme seht ihr eine Vorschau des Smart Objects in Photoshop. Die wichtigen Einstellungen müsst ihr im Menüband (rot markiert) unter Breite und Höhe anpassen. Wichtig ist, dass die kleine Kette in der Mitte aktiviert ist (geschlossene Kette mit leicht grauer Hinterlegung), denn nur dann wird das Panorama proportional, sprich verhältnisgetreu eingefügt. Tragt nun, wenn nicht automatisch geschehen, den Wert 100% bei beiden Feldern ein, bestätigt mit der Enter-Taste und schiebt anschließend die Rahmen an die gewünschte Stelle im Panorama.

Endformat Bilder zuschneiden

Die Rahmenanordnung liegt nun als separate Ebene in Photoshop vor. Als nächstes müsst ihr alle Bilder ausschneiden und im Endformat abspeichern. Ich habe das mit Hilfslinien realisiert – sprich an jeden Bilderrahmen herangezoomt und aus den Linealen Hilfslinien um die Bilderrahmen gezogen.

Hilfslinien als Zuschnitthilfe Abbildung 10: Hilfslinien als Zuschnitthilfe

Schneidet nach Abschluss, dieser scheinbaren Sisyphos-Arbeitsmethode mit Hilfslinien, die jeweiligen Bilder mit dem Freistellungswerkzeug zu. Achtet beim Speichern über das Menü Datei > Speichern unter darauf, dass als Format .jpg gewählt wurde und ihr die zugehörige Nummer aus der InDesign-Übersicht als Dateinamen verwendet. Der im Bild oben gewählte Rahmen hat demnach den Dateinamen: 002_pano.jpg.

Das wars soweit – alle Bilder nachdem gleichen Prinzip zuschneiden und brav benennen.

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Ich hoffe, euch hat das Tutorial gut gefallen? Wer individuelle Fragen rund um das Panorama und die schrittweise Erstellung hat – meldet euch!

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